Ein Tag in der Insider-Redaktion
7.55 Uhr: Der Arbeitstag beginnt erst einmal mit einem Kaffee. Dann Vorbereitung der letzten Redaktionssitzung vor Druckbeginn. Schnell noch Kunde M. anrufen, seine Anzeigenvorlage fehlt noch. Der ist noch nicht im Büro, Wiedervorlage…
8:15 Uhr: Die Büros füllen sich, langsam kommt Leben an den Kirchweiher. Die Bürohunde Paula und Snoop drehen ihre Morgenrunden in der Hoffnung auf Leckerlis und unbewachte Brötchentüten.
8:30 Uhr: Beginn der Redaktionssitzung. Es werden die Korrekturabzüge des aktuellen Standes verteilt. Der Titelbildvorschlag wird heiß diskutiert: sieht schön aus, der Wanderschuh im Herbstlaub, aber wir brauchen einen Bezug auf Veranstaltungen, zumindest auf Menschen. Am liebsten ein Titelbild für eine der Top-Veranstaltungen. Also ab in die Zeitmaschine, die übernächste Woche ansteuern und die Veranstaltung knipsen. Achso, haben wir nicht… Und dann die Erkenntnis, das in dem Wanderschuh ein Fuß steckt, an dem ein Mensch hängt. Passt zur Jahreszeit und zum Special Wandern. Na also, das erste Häkchen. Anzeigenverkäuferin Christiane Heinrichs hat noch ein paar heiße Kontakte für eine Anzeige. Geht das noch? Diskussion über die Bedeutung des Wortes »Redaktionsschluss«. Es hilft nichts, nach einem Jahr ist der Insider auf gutem Wege, aber jedes Inserat wird dringend benötigt. Dann die Checkliste: Sind die über die letzten vier Wochen recherchierten Veranstaltungstermine vollständig? Auftrag an Susanna und Alina: Alles nochmal checken, es darf nichts fehlen! Und weiter: Sind alle Anzeigenaufträge berücksichtigt? Such, such, such – nichts vergessen, alles prima!
9:45 Uhr: Anruf in der Druckerei – ja wir liegen gut im Plan, die Druckdaten sind bis abends da. Seitenumfang? Moment…, 28 Seiten diesmal.
10:00 Uhr: Langsam trudeln die Korrketurabzüge der lieben Kollegen ein. Leider gilt hier nicht der oft gehörte Satz: »Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.« Jeder findet was und jeder knallt’s mir vor die Füße. Auf geht’s…
10:55 Uhr: Anruf Kunde M. wegen der Anzeigenvorlage. Der Grafiker hat versprochen, sie bis Mittag zu schicken. Na dann hoffen wir mal das Beste!
11:15 Uhr: Christiane Heinrichts kommt mit den zwei Last-Minute-Anzeigenaufträgen. Vorlagen gibts nicht, müssen wir selber gestalten. OK, dann los: Was macht der Kunde, wie hat er bisher geworben, was will er aussagen? Kurze Skizze, Idee gefunden, ran an die Arbeit. Dann Entwurf an den Kunden mailen und auf Rückruf warten. In der Zwischenzeit die nächste Anzeige, same procedure.
13:00 Uhr: Alle Korrekturen und Änderungswünsche sind jetzt ausgeführt.
Kurze Pause.
13:25 Uhr: Da haben die Mädels tatsächlich noch ein paar Termine gefunden. Au weia, die Terminübersicht muss geändert werden, Kästchen schieben ist angesagt.
14:05 Uhr: Mittag ist jetzt rum, wo ist die Anzeigenvorlage von Kunde M.? Der ist jetzt langsam genervt – hilft aber nix. Jetzt ruf ich den Grafiker direkt an. »Morgen ist alles fertig!« Schön aber morgen ist zu spät! Spätestens um 16 Uhr brauchen wir die Vorlage (Grummelgrummel).
14:19 Uhr: Kaffee ist alle, das geht ja gar nicht! Wer hat Zeit?
14:32 Uhr: Last-Minute-Kunde Nr. 1 ruft an. Die Anzeige gefällt ihm, eine kleine Änderung im Text. Gottseidank, das hat geklappt.
15:07 Uhr: Jetzt noch die ganzen Termine für die Auflistungen nach Rubrik und Datum in die richtige Form bringen, jetzt bloß keine Fehler einbauen!
15:28 Uhr: Kurz vorm Durchdrehen, aber da kommt der Kaffee! Ahhh!
16:22 Uhr: Die zweite Last-Minute-Anzeige ist auch freigegeben, uff! Aber wo ist die Anzeige von Kunde M.? Gut, suchen wir schon mal ein Bild, das wir stattdessen einbauen. Dann noch eine eMail an M., dass wir seine Anzeige leider nicht berücksichtigen können. Basta.
16:45 Uhr: Ausdruck zur Endkontrolle. Quälend langsam schieben sich die Seiten aus dem Drucker. 17:03 Uhr: Da, eine Mail, hohe Priorität. Der Grafiker von M. hat es doch noch geschafft. Okay, Ausdruck stoppen, Anzeige einbauen, und weiter geht‘s...
17:52 Uhr: Endkontrolle beendet. Keine Fehler mehr gefunden. Ausser denen, die man erst in der gedruckten Ausgabe findet. Das scheint ein Naturgesetz zu sein. So wie Gravitation, man kann da nichts machen. So, jetzt die Druckdaten für die Druckerei erstellen – und wieder warten.
18:20 Uhr: Fertig, alles auf dem Server. Der Insider hat den Status »Im Druck« erreicht! Feierabend!
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